Das Gitarren-Plektrum – Dein ultimativer Pick-Guide

Fender 351 Plekten Beautyshot

Das Plektrum ist wohl das kleinste Teil im Equipment eines Gitarristen – und nach der Gitarre gleichzeitig das persönlichste. Viele Gitarristen schwören Stein und Bein auf ihr Plektrum, ohne das sie gefühlt nicht Gitarre spielen können. Warum ist das so? Wie wichtig ist das Pick überhaupt bei der Entstehung Deines Sounds, und was gibt es für verschiedene Materialien und Formen? Das erfährst Du in diesem Artikel. (PS: Alle Picks, die Du hier auf Fotos siehst, habe ich im Plektrumvergleich getestet.)

Was ist eigentlich ein Plektrum

Gravity Plektrum Classic StdFalls Du gerade erst in die Gitarrenwelt einsteigst (Herzlich Willkommen! :-)), fangen wir kurz ganz vorne an: Ein Plektron ist ein kleines flaches Plättchen aus Kunststoff oder anderem Material wie Holz, Plexiglas, Metall, Horn oder Knochen.

Es wird zwischen Zeigefinder und Daumen der Schlaghand gehalten und dazu verwendet, die Gitarrensaiten anzuschlagen oder anzuzupfen.

Neben der flachen, tropfenförmigen Form des Plektrums gibt es auch Sonderformen wie das „Daumenpick“ oder „Thumb Pick“ oder das „Fingerpick“. Dieses werden auf den Daumen  bzw. die Finger aufgesetzt und ersetzt quasi die Fingernägel.

Heißt es Plektrum, Plektron oder Pick?

Alle drei Begriffe sind korrekt! Und deshalb verwende ich in diesem Beitrag auch alle Begriffe gemischt.

Timber Tones Jazzy Tones Orange Bone Beautyshot mit Fender 351 PlektrumIm Deutschen spricht man entweder vom Plektrum oder von einem Plektron. Im Englischen redet man vom Plectrum, Guitarpick oder kurz Pick. Und dieser Name wird auch im Deutschen manchmal verwendet.

Plek oder Plec sagen auch manche, aber das ist eigentlich nicht so sehr üblich. (Plek ist eher eine Technik zum Abschleifen der Bundstäbchen, und Plec soll wohl eine Kurzform von Plectrum, der englischen Schreibweise von Plektrum sein.)

Die Mehrzahl lautet Plektra (was kein Gitarrist im Alltag sagt) oder Plektren. Oder Du sprichst im Plural von Picks. Das ist auch sehr üblich.

Außerdem sagt man auch noch Spielplättchen oder … ne, nix oder, mehr fällt mir jetzt nicht ein. Weißt Du noch etwas?

Warum verwendet man Plektren?

Man kann ein Gitarrenpick aus verschiedenen Gründen verwenden:

  • Du benutzt es einerseits, um die Finger der Schlaghand zu schonen. Besonders auf einem Instrument mit Stahlsaiten wie den Westerngitarren würden sonst beim sogenannten Strumming Deine Fingernägel auf Dauer arg in Mitleidenschaft gezogen werden.
  • Außerdem gibt es klangliche Gründe: Verschiedene Plektren haben einen ganz typischen Klang, genauso wie das Spiel mit den Fingern und Fingernägeln. Und je nachdem, welchen Klang Du erreichen möchtest, nimmst Du eben ein Plättchen – oder zupfst oder schlägst die Gitarrensaiten mit den Fingern an.
  • Und dann gibt es auch noch jede Menge Spieltechniken, die nur mit einem Plättchen möglich sind. Dies kommt besonders bei der elektrischen Gitarre zum Tragen, denn die meisten Rockgitarren-Techniken sind Spieltechniken, bei denen man ein Plektrum verwendet.

Hat ein Plektrum Einfluss auf den Klang der Gitarre?

Timber Tones Holzpick vor schwarzJa, es ist entscheidend für den Klang des Anschlags verantwortlich. (Im Englischen spricht man hier vom „Attack“.) Und interessanterweise ist dieses Anschlagsgeräusch ganz entscheidend für den typischen Klang eines Musikinstruments verantwortlich.

In meinem Tontechnik-Studium hat uns unser damaliger Professor mal eine Aufnahme vorgespielt, auf der ein Klavierton und ein Geigenton zu hören waren. Bei beiden Tönen wurde allerdings die Einschwingphase, also der Anfang des Tons, abgeschnitten. Erstaunlicherweise war es im ersten Moment gar nicht mehr so einfach, das Klavier und die Geige auseinander zu halten.

Was hat das dem Klang der Gitarre zu tun? Na ja, das Spielplättchen kann aus unterschiedlichen Materialien sein. Es hat unterschiedliche Oberflächen und unterschiedliche Formen. All das beeinflusst den Klang. Teilweise nur ganz fein, teilweise aber auch ganz massiv. Wenn Du ein dünnes Dunlop Nylon spielst, dann klingt das komplett anders, als wenn Du ein dickes Acrylglas Plek von 6 mm in der Hand hast.

Im großen Gitarrenratgeber.de Klangvergleich mit mehr als 60 Plektren kannst Du selber den Klang aller getesteten Gitarrenpicks miteinander vergleichen. Du wirst überrascht sein – hör mal rein.

Der Stoff aus dem die Träume Plektren sind

Ganz früher waren Plektren aus Schildpatt. Also dem Panzer von Schildkröten, und zwar einer ganz bestimmten Art: Der Karettschildkröte („hawksbill sea turtle“) (Wikipedia-Link).

Leider tat das dieser Schildkrötenart gar nicht gut. Außer Plektra machte man auch noch andere Dinge wie Kämme und Schmuck aus ihrem Panzer, und das führte dazu, dass sie seit langem vom Aussterben bedroht ist. Mittlerweile ist sie durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt – und Gitarrenpicks müssen aus etwas anderem hergestellt werden.

John Pearse Fast Turtle verschiedene Stärken Beautyshot 2Neben komplett anderen Materialien wie Holz oder Stein hat man mit allerlei Kunststoffen auch versucht, das Schildpatt möglichst exakt zu kopieren. Das ist auch gelungen, und heutzutage dürfte kein Gitarrist der Welt deswegen schlechter spielen, weil er kein Plek aus echtem Schildpatt in der Hand hat.

Interessanterweise hat sich die Optik des Schildpatts gehalten: Noch immer werden viele Plektra in „Tortoise-Optik“ hergestellt und so genannt. Gitarristen sind halt doch sehr konservativ was ihr Equipment angeht 😉

(Tortoise ist Englisch für Schildkröte, auch wenn hier ein Missverständnis vorlag, denn Tortoise sind die Landschildkröten, die Picks wurden aber aus Meeresschildkröten gemacht.)

Verschiedene Materialien und ihre Eigenschaften

Zelluloid

Fender 351 Plekten BeautyshotEiner der ersten Stoffe, mit dem man recht nah an die Haptik und das Spielverhalten von Schildkröten-Plektren herankam, war Zelluloid.

Günstiger als Schildkröte war Zelluloid auch, und so wurden sie sogar bereits recht populär, bevor in den 1970ern die Schildkröten geschützt wurden. Tischtennisbälle sind oft auch aus Zelluloid.

Hier hörst Du ein typisches Zelluloid Gitarrenpick (ein Fender 351 Standard):

Übrigens musst Du bei Zelluloid etwas aufpassen. (Na ja, weniger Du, aber mindestens der Hersteller): Zelluloid ist extrem leicht entflammbar.

Casein

John Pearse Fast TurtleCasein ist ein Stoff, der aus Milch gewonnen wird – und der ebenfalls echtem Schildpatt sehr nahe kommt. Casein wird gerne für etwas stärkere Stücke verwendet.

Hier hörst Du Casein: Das John Pearse Fast Turtle:

Kunststoffe

Jim Dunlop Nylon PlektrenDie meisten Pleks, die man heutzutage günstig und in allen möglichen Farben und Formen bekommt, sind aus verschiedenen Kunststoffen gefertigt. Nylon und Delrin sind zum Beispiel typische Vertreter. Die Kunststoffplektren funktionieren gut, sind günstig, und man kann sie gut bedrucken.

Einige Plektrum-Hersteller wie z.B. Dunlop haben für Ihre Kunstoffe eigene Markennamen kreiert, wie z.B. Tortex (was ein Delrin Kunstoff ist).

Hier hörst Du ein Exemplar aus Nylon (Jim Dunlop Nylon)

Holz

Timber Tones Groove Tones PalisanderPlektra aus Holz sind eine interessante Alternative für alle Gitarristen, die gerne auf einen natürlichen Grundstoff für ihre Plektren zurückgreifen wollen.

Es gibt einige sehr harte Holzsorten, die auch recht abriebfest sind. Z.B. Ebenholz und Palisander. Für die meisten Holzsorten gilt allerdings, dass sie nicht zu den widerstandsfähigsten Plektren werden. Holzpicks sind immer relativ dick, da ein nur 1 m und weniger starkes Holzplektron tatsächlich sofort kaputtgehen würde.

Trotzdem sind Holzplektren eine interessante Alternative mit gutem, oftmals warmem Klang.

Hier hörst Du ein typisches Holzplektrum (Timber Tones Santos Rosewood):

Stein

Timber Tones Stone Tones Bloody Basin Jasper vor schwarz seitlichGitarrenpicks aus Stein halten extrem lange. Vermutlich wirst Du das Plek verlieren, ehe es irgendwann Abnutzungserscheinungen zeigt. Wenn es sich um geschliffenen Stein handelt, hat er eine extrem harte Oberfläche, was auch einen entsprechend harten, eher kühlen Sound und oftmals recht starke Anschlag-Geräusche zur Folge hat. Wobei das je nach Stil nicht schlecht sein muss.

Hier hörst Du ein typisches Stein-Plek (Timber Tones Dune Tones):

Metall

Jim Dunlop StahlplektrumJe nachdem, um welches Metall es sich handelt, hast Du es mit sehr verschiedenen Klangeigenschaften zu tun. Es gibt Pleks aus Stahl, Aluminium und Titan.

Während Aluminium sich sehr schnell abnutzt, sind Stahl und Titan extrem widerstandsfähig, und es können sehr dünne und trotzdem sehr widerstandsfähige Plektren damit hergestellt werden. Der Klang solcher Metallplektren ist recht kühl, durch die Kante oftmals recht rau.

Ja, Dunlop macht nicht nur Plastik-Picks, auch welche aus Stahl: Hier hörst Du ein Dunlop Stahlplektrum:

Büffelhorn

Timber Tones Bone Tones Buffalo Horn White vor schwarzBüffelhorn ist ein ebenfalls relativ hartes Material, dass aber z.B. wärmer klingt, als Stein. Es ist sehr widerstandsfähig und zeigt teilweise eine tolle Optik.

Hier hörst Du ein https://www.gitarrenratgeber.de/getestet/timber-tones-bone-tones-plektrum-weisses-horn:

Knochen

Pickboy Genuine Bone seitlichEbenfalls ein natürliches Material, das natürlich auch bereits seit Jahrtausenden zu Plektra verarbeitet wird. Knochenpicks halten recht lange, und sind komplett starr. Meist sind sie auch etwas stärker, 2 mm aufwärts. Klanglich sind sie zwischen Holz und Stein angesiedelt.

Hör Dir ein typisches Knochenplektrum an (Pickboy Genuine Bone):

Perlmutt

Timber Tones Black Mother of Pearl PlektrumJa, aus dem Perlmutt von Muscheln kann man auch Gitarrenpleks machen. Sie sehen wunderschön aus, sind allerdings nicht wie widerstandsfähigsten Picks der Welt.

Hier hörst Du Perlmutt  (Timber Tones Black Mother of Pearl):

Filz

Timber Tones FilzplektrumFilzplektren werden besonders für Mandolinen geschätzt. Sie müssen sehr groß und dick sein, damit sie überhaupt als Spielplättchen funktionieren, und auf der Gitarre ergeben sie einen sehr dumpfen und leisen Klang.

Hier hörst Du ein Timber Tones Filzplektrum auf der Akustikgitarre:

Leder

Timber Tones Leather TonesNoch ein natürliches Material: Auch mit Leder kann man spielen. Diese Exemplare sind aber auch wieder eher bei Ukulelen oder für das Bass-Spiel. Für die Gitarre eignen sie nicht nicht richtig gut – geben aber eine interessante Klangfarbe.

Hier hörst Du ein Timber Tones Leather Tones:

Acrylglas

Gravity Plektren auf einem Haufen vor weissEin Werkstoff, der in den letzten Jahren als Gitarrenpick  immer populärer, ist Acrylglas. Dieser Kunststoff ist extrem widerstandsfähig, man kann sowohl sehr dünne als auch sehr dicke Picks daraus fertigen. Die beiden Hersteller, die sich aktuell sehr mit der Produktion von Acrylplektren hervortun, sind V-Picks und Gravity Picks.

Acrylglashat die interessante Eigenschaft, dass seine Oberfläche schon bei geringer Erwärmung eine sehr gute Haftung entwickelt, und einem das Plektron trotz der sehr ebenen Oberfläche nicht mehr aus der Hand rutscht.

Klanglich klingen Acryl Plektren wesentlich wärmer, als es der Name „Glas“ vermuten lassen würde. Hier hörst Du ein typisches dünnes Acrylplektrum (V-Pick Large ULP):

Und hier hörst Du ein typisches dickes Acrylplektrum (Gravity Picks Classic Standard):

Die Stärken von Plektren

Ein Gitarrenplek kannst Du in allen möglichen Stärken bekommen, von ca. 0,3 mm bis zu 6 mm. Einige ausgefallene Sonderanfertigungen sind sogar noch dicker.

Es gibt allerdings ein paar typische Stärken, die besonders bei den üblichen Kunststoffplektren verwendet werden, und die Du kennen solltest:

  • Light – ca. 0,5 – 0,7 mm
  • Medium – ca. 0,7 – 0,9 mm
  • Heavy – ca. 0,9 – 1,2 mm
  • Extra Heavy – Plektren mit einer Stärke von mehr als 1,2 mm

Gerade für Gitarren-Anfänger und auf der Akustikgitarre sind Kunststoffplektren in der „Medium“ Stärke sehr beliebt.

Auf der E-Gitarre verwenden viele Gitarristen Heavy Plektren.

Die Formen von Plektren und ihr Einsatzzweck

Die wohl typischste Plektrumform ist die Tropfenform.

Fender 351 grün pearlHier wurde der Standard von Fender in Zusammenarbeit mit d’Andrea, seinem damaligen Plektrum-Hersteller in New York, gelegt: Die Form Nr. 351.

Dieses Fender Standard in der 351 Form ist noch eines der wohl am meisten gespielten Plektrons, und wurde von vielen Herstellern übernommen.

 

V-Pick Large ULPEine weitere sehr typische Form ist die Dreiecksform mit drei gleich geformten Ecken. Besonders als recht großes Dreieck ist diese Form bei Akustikgitarristen beliebt.

Wie bereits erwähnt gibt es die Sonderform: das Daumenpick, welches auf den Daumen aufgesetzt wird. Auch für die Finger gibt es solche aufsetzbaren Plektren – dann nennt man sie Fingerpick. Diese gibt es entweder aus Kunststoff oder aus Metall. Für Anfänger sind die aber erstmal nicht zu empfehlen.

 

Hinsichtlich der typischer Plektrumformen kann man noch zwischen den Spitzen unterschieden. Hier zeigt sehr stark die Vorliebe eines Gitarristen: Man einer mag lieber sehr spitze Spitzen, mit denen man sehr exakt und schnell spielen kann. Andere Gitarristen bevorzugen eher abgerundete Spitzen, die mehr über die Saiten gleiten.

Hier gibt es kein besser oder schlechter, sondern es ist einfach eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Vorliebe, welche Plektrenform man lieber mag.

Sollte man Gitarrespielen mit Plektrum anfangen, oder nur mit den Fingern

Ein Gitarrenpick zu halten und damit die Gitarrensaite an der richtigen Stelle zu treffen erfordert etwas Übung. Es ist nicht wirklich schwer – aber trotzdem wird Dir anfangs das Plektrum öfter mal aus der Hand fliegen.

Gerade am Anfang hast Du ja aber auch mit der linke Hand schon allerhand zu tun.

Warum Dir also gleich zwei Dinge auf einmal zumuten?

Ich empfehle Dir, erstmal einfach mir den Daumen die Seiten anzuschlagen, und Dich auf die Linke Hand zu konzentrieren. Wenn das in den Grundzügen sitzt, kannst Du irgendwann auch ein Pick dazu nehmen.

Was für ein Plektrum ist für den Anfänger das richtige?

Timber Tones Tri Tones Riegelahorn BeatyshotEs gibt unendlich viele Plektren, und jeder Gitarrist schwört auf ein anderes. Außerdem kann es auch sehr reizvoll sein, mehrere Picks zu besitzen, und für verschiedene Techniken und Sounds unterschiedliche Plektren einzusetzen. Trotzdem kann man gerade am Anfang ein paar Punkte definieren, die das Plektrum erfüllen sollte. Experimentieren kannst Du später noch genug.

Am Anfang sollten Deine Plektren folgende Punkte erfüllen

  • Form: Die normale Tropfenform ist am besten geeignet. Angelehnt an das Fender 351
  • Stärke: Es sollte eine mittlere Stärke haben. Also “medium” oder zwischen 0,6 und 0,8 mm.
  • Material: Kunststoff. Zelluloid, Nylon, Tortex, das ist alles in Ordnung. Aber von Holz, Metall, Horn und Co sollte man erstmal die Finger lassen.

Und ein wichtiger Ratschlag aus der Praxis: Du solltest nie nur ein Plek kaufen. Die Dinger verschwinden schneller, als man gucken kann ?

Besorg auf jeden Fall Plektren, die Dir gefallen, und an denen Du irgendwie Freude hast. Es gibt so viele verschiedene coole, schicke, stylische oder lustige Designs, und es macht einfach mehr Spaß zu Üben, wenn Du ein Plektrum spielst, dass Dir gefällt. Solange es den beschriebenen Anforderungen erfüllt, ist alles erlaubt.

Einige Vorschläge für Gitarrenpicks die gut für Anfänger geeignet sind: Dunlop Tortex , Fender Standard medium und das  Dunlop Max Grip Medium .

Plektrum Klangvergleich(In meiner Liste der getesteten Plektren kannst Du Picks danach filtern, ob sie für Anfänger geeignet sind. Einfach in der Seitenleiste unter „Spielerlevel“  den Knopf „Anfänger“ anklicken.)

 

Die bekanntesten Plektren – von Stars und Verrücktheiten

Brian May

Brian May ist dafür bekannt, dass er mit Münzen spielt. Früher eine alte Sixpence Münze, dann australische 5-Cent Münzen.

Spieltechniken mit dem Plektrum

Es haben sich verschiedene Spieltechniken herausgebildet, die Du kennen solltest:

Strumming

Unter Strumming versteht man das „normale“ Schlaggitarre spielen. Du greifst mit der linken Hand Akkorde, und dem Plektrum in der rechten Hand schlägst Du die Saiten mehr oder weniger gleichzeitig an, indem Du mit dem Pick flott darüber gleitest. Das passiert mit Downstrokes (dt.: Abschlägen) und Upstrokes (dt. Aufschlägen), also abwechselnd von den tiefen Saiten zu den hohen Saiten, und umgekehrt.

Hybrid Picking / Chicken Picking

Unter Hybrid Picking versteht man das gleichzeitige Nutzen des Plättchens zum Anschlagen der tieferen Saiten und der Finger zum Anschlagen der höheren Saiten. Das Plek spielt also eher Basslinien und die Basstöne von Akkorden, die Finger übernehmen Akkorde und die Melodielinie. Diese Spieltechnik ist besonders im Country beliebt (Und hier ist vermutlich auch die Bezeichnung „Chicken Picking“ entstanden, wenn Gitarristen auf ihrer Fender Telecaster schnelle Hybrid Picking Passagen gespielt haben, und dabei die Finger und das Plektrum der rechten Hand mit dem scharfen Sound der Tele wie ein Huhn wirken, das seine Körner aufpickt.

Alternate Picking (Wechselschlag)

Unter Alternate Picking versteht man das Anschlagen von Einzelsaiten in immer abwechselnder Richtung.

Sweep Picking

Unter Sweep Picking versteht man das Spielen von Melodielinien und Arpeggios, bei denen die Töne so auf die Saiten verteilt werden, dass man mit dem Pick von einer Seite zur nächsten gleitet, ohne die Richtung zu wechseln. Man „sweept“, also „wischt“ oder „gleitet“ über die Saiten. Das sorgt für einen speziellen Klang und erlaubt das Spielen von extrem schnellen Tonfolgen.

Das geht natürlich immer nur einige Töne in einer Richtung, dann muss man die Richtung wechseln. In gewisser Weise bewegst sich das Plektrum dabei wie bei einem langsamen Strumming, nur dass mit der linken Hand nicht Akkorde gegriffen werden, sondern Einzeltöne gespielt werden. Entsprechend muss die Bewegung des Plektrums rechts und das Greifen der Finger links extrem genau aufeinander abgestimmt sein.

Plektrenhalter

Ja, klare Sache: Am coolsten ist es, wenn Du in Spielpausen den Pick kurz zwischen die Lippen nimmst, um es zu halten.

Aber was ist, wenn’s mal länger dauert? Und wohin mit dem Vorrat an Gitarrenpicks, die Du bei einem Auftritt dabei hast? Klare Sache: Das ist der Auftritt der Plektrenhalter. Diese Pickhalter gibt es in verschiedenen Farben, Materialien und Formen, und es gibt schon gute Modelle für extrem wenig Geld.

Boston Plektrumhalter gefüllt BeautyshotDieser Plektrenhalter von Bosten z.B. kostet fast nix, aber versieht klaglos seinen Dienst. Du kannst ihn Die einfach an Deine Gitarre kleben. Entweder hinter die Kopfplatte, oder auch irgendwo vorne – wobei ich den Pickhalter jetzt nicht so schick finde. Aber praktisch ist er definitiv. Du bekommst ihn hier:  Boston Plektrenhalter

Und nach all diese Fakten, dem Wissen um die verschiedenen Materialien und den Spieltechniken – der wohl wichtigste Tipp für die Praxis, den ich Dir irgendwie mitgeben kann:

Wie bekommst Du Dein Pick aus der Gitarre, wenn es Dir durch das Schallloch gefallen ist?

Ja das erste Mal, wenn Dir das passiert, wirst Du vermutlich einige Zeit brauche, bis Du das Ding durch wildes hin und her Schütteln der Klampfe irgendwie wieder nach draussen befördert hast.

Dabei ist es ganz einfach, wenn Du die richtige Technik kennst.

3 einfache Schritte, mit denen Du Dein Plektrum garantiert schnell aus der Gitarre bekommst:

  • Halte die Gitarre waagerecht, Schallloch nach oben.
  • Platziere das Plektrum durch Schräghalten und leichtes Schütteln auf dem Gitarrenboden genau gegenüber dem Schallloch
  • Schau Dich um, dass nichts vor, neben und über Dir in der Lust ist – und dann schwing die Gitarre vor Dir nach vorne am Halbkreis so nach oben, dass die Fliehkraft das Pick am Gitarrenboden hält. Halte an, wenn die Gitarre wieder genau waagerecht ist, nur diesmal mit dem Gitarrenboden oben und dem Schallloch unten.

Dein Lieblingsstückchen Plastik wird nun einfach nach unten rausfallen.

Nachdem Du das zwei oder drei mal geübt hast, funktioniert es immer. Garantiert. Und dauert nicht mehr als ein paar Sekunden.

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -
Gitarrenratgeber.de
Mach den Vergleich:
  • Plektren vergleichen (0)
Jetzt vergleichen
0