E-Gitarre

Die E-Gitarre

E-Gitarre-Aufbau-StratDas „E“ bei der E-Gitarre steht für „elektrische“, die elektrische Gitarre. Manch einer sagt auch „Stromgitarre“.

Gemeint ist eine Gitarre, die ihren Klang nicht hauptsächlich akustisch erzeugt, also einfach durch die Übertragung der Saitenschwingungen auf einen Korpus, der dann seinerseits schwingt und diese Schwingungen an die Luft abgibt. Bei der E-Gitarre werden die Saitenschwingungen von einem sogenannten Tonabnehmer in elektrische Schwingungen verwandelt.

Diese elektrischen Schwingungen werden dann über ein Kabel (oder neuerdings sogar per Funk …) in einen Gitarrenverstärker weitergeleitet. Hier werden die Schwingungen noch auf die ein oder andere Art verändert und schließlich verstärkt, und an einen Lautsprecher weitergegeben. In diesem Lautsprecher wird eine Membran durch die elektrischen Schwingungen ihrerseits zum Schwingen angeregt, und gibt diese Schwingungen an die Luft ab – nun spricht man vom Schall, und wir können etwas hören.

Bei einer E-Gitarre hört mal also ohne elektrische Verstärkung erst einmal kaum etwas. Was viele allerdings vergessen: Auch bei einer E-Gitarre kann der Tonabnehmer nur das aufgreifen und weitergeben, was er an Saitenschwingungen vorfindet.

Wenn die E-Gitarre also schlecht verarbeitet und aus billigen und nicht idealen Materialien hergestellt ist, dann wird die Gitarre nicht gut klingen. Die Töne werden zu schnell absterben und der Frequenzbereich der Gitarre wird oftmals alles andere als ideal sein. Manche Freqzenzen werden zu stark durchkommen und sie wird dröhnig klingen, oder dumpf.

Was macht eine gute E-Gitarre aus?

Bei einer guten E-Gitarre sind alle Materialen von hoher Qualität und so aufeinander abgestimmt, dass die Schwingungsübertragung von der Saite auf das Holz möglichst verlustfrei passiert. Das Holz ist so schwingfreudig, dass es ebenfalls schön resoniert ohne den Saiten zu viel Energie zu klauen, so dass die ganze Gitarre schön lange und gleichmäßig nachklingt.

Du siehst – auch bei einer E-Gitarre muss die unverstärkte Basis stimmen. Auch ohne Amp sollte sie lange schwingen und ausgeglichen klingen.   Nur passiert das so leise, dass Du ohne die elektrische Verstärkung nicht viel hörst.

Hier ist eine Checkliste der wichtigsten Eigenschaften einer guten E-Gitarre. Unten findest Du einige empfehlenswerte Instrumente.

  • Die E-Gitarre klingt auch akustisch angespielt schön lange nach.
  • Der Hals lässt sich gut bespielen, hat also keine überstehenden Bundstäbchen.
  • Die Mechaniken sind von guter Qualität – die Gitarre lässt sich also gut stimmen.
  • Die Tonabnehmer pfeifen und brummen nicht übermäßig (mehr dazu hier…)

Einige empfehlenswerte E-Gitarren für Einsteiger

Natürlich ist der Kauf einer E-Gitarre eine sehr subjektive Sache – aber speziell für Einsteiger gibt es einige Instrumente, mit denen man nichts falsch macht. Wenn die Gitarristin oder der Gitarrist dann eine Weile spielt, wird er selber merken, in welche Richtung sie oder er gehen möchte.

4 Comments
  1. Reply
    Rainer H. Dezember 20, 2015 at 12:16

    Was du hier über die Tonerzeugung einer E-Gitarre schreibst ist leider völlig falsch. Eine E-Gitarre ist eben nicht "erst einmal ein akustisches Instrument". Bei einem Solid Body Instrument wirkt die Eigenresonanz des Materials immer dämpfend auf die Schwingung der Saiten, entzieht ihr also Energie. Eine gut schwingende E-Gitarre kann also nie ein gutes Instrument sein. Auch der akustische Klang einer E-Gitarre hat nichts mit dem verstärkten Klang zu tun. Bei einer E-Gitarre werden keine akustischen Signale verstärkt, sondern die Saitenschwingung erzeugt im Tonabnehmer eine induktive Spannung, die vom Verstärker in Töne umgesetzt wird.

    • Reply
      Tom Dezember 20, 2015 at 12:42

      Hi Rainer,
      vielen Dank für Deinen Kommentar – allerdings sind Deine Aussagen größtenteils falsch und Deine Kritik geht an der eigentliches Aussage meines Beitrags vorbei.

      Wenn Du Recht hättest, dann
      – Müsste es ja irrelevant für den Klang einer E-Gitarre sein, aus welchem Holz der Korpus ist. Du willst mir also erzählen, dass ein Mahagoni-Korpus genauso klingt, wie ein Ahorn-Korpus?
      – Müsste eine Gitarre, bei der man beim Anschlagen der Saiten bereits ohne Verstärker das Gefühl hat, dass der ganze Korpus mitschwingt, bereits nach kurzer Zeit verstummen. Ist aber nicht so.

      Ich denke Du hängst Dich mit Deiner Kritik hauptsächlich am Wort "akustisch" auf, und ich nehme sie zum Anlass, den entsprechenden Teil im Artikel etwas klarer zu formulieren. Wenn man es genau nimmt, ist bei der E-Gitarre ein guter akustischer Klang nicht "Grund" für einen guten elektrischen Klang, aber er geht mit ihm einher.

      Natürlich erfolgt die Erzeugung der elektrischen Schwingungen, die dann vom Verstärker verstärkt werden, durch die Pickups. Aber die Pickups können nur das aufnehmen, was die Saiten bereits hergeben. Und das Frequenzspektrum der schwingenden Saite, die Ausprägung der enthaltenen Obertöne und damit der Klang, werden vom Schwingungsverhalten der Bauteile der Gitarre beeinflusst. Wie lange klingt die Saite, welche Frequenzen werden eher gedämpft, welche werden vielleicht durch Eigenresonanzen der Materialien und der Hölzer quasi hervorgehoben.

      Die Schwingungen der unverstärkten E-Gitarre sind quasi die Basis des E-Gitarrensounds, die dann von den weiteren elektrischen Komponenten aufgegriffen und weiter geformt werden. (Und natürlich haben die Pickups und alle weiteren elektrischen Bauteile massiven Einfluss auf den Klang.)

      Und ja: Die Materialien dämpfen die Schwingung der Saiten. Aber die Art und Weise wie das geschieht beeinflusst den Klang eben schon auf unverstärkter, akustischer Ebene. Und das kann dann von den Pickups per Induktion aufgenommen und weitergegeben werden.

      Worum es mir geht, dass ist die Aussage, dass Du ein gut klingendes E-Gitarrensignal nur aus einer E-Gitarre bekommst, die aufgrund aufeinander abgestimmter Materialien und guter Verarbeitung auch bereits akustisch schön lange ausklingt und einen ansprechendes Frequenzspektrum und damit einen angenehmen Klang produziert.

      Ich habe bisher keine Gitarre in der Hand gehabt, die unverstärkt einen dumpfen, in einigen Frequenzbereichen überhöhten und damit dröhnigen Klang produzierte, der schnell abstirbt – aber dann elektrisch verstärkt plötzlich auf wundersame Weise einen ausgeglichenen, schillernden, lang tönenden Klang produziert. Du etwa?

      Trotzdem vielen Dank für Deine Meinung,
      viele Grüße,
      Tom

      • Reply
        Tom Dezember 20, 2015 at 13:14

        Schau mal hier, bei ca. 2:47 min spricht Gitarrenbauer Paul Reed Smith über die Korpushölzer und deren Klang, die er zum Bau seiner E-Gitarren verwendet:

  2. Reply
    Rainer H. Dezember 25, 2015 at 11:54

    Hallo Tom,
    danke für die ausführliche Antwort. Aber du überinterpretierst. Ich würde nie behaupten, dass es für den Klang völlig egal wäre, aus welchem Material ein body besteht (allerdings wird die Bedeutung des Holzes auch gerne überschätzt). Es ging mir tatsächlich um den Ansatz, die Tonerzeugung einer E-Gitarre vom akustischen abzuleiten. Wenn meine Kritik dich nun dazu veranlasst, den Artikel klarer zu formulieren, dann hat sie ihr Ziel ja erreicht 😉

    Aber man muss aufpassen. Wenn du schreibst

    "Die Materialien dämpfen die Schwingung der Saiten. Aber die Art und Weise wie das geschieht
    beeinflusst den Klang eben schon auf unverstärkter, akustischer Ebene."

    dann ist das zweifellos richtig. Wenn du dann aber fortfährst

    "Und das kann dann von den Pickups per Induktion aufgenommen und weitergegeben werden."

    könnte der unbefangene Leser meinen, ein Pickup würde ein akustisches Signal aufnehmen. Das wäre dann aber eindeutig falsch. Deswegen ist es m.E. auch problematisch vom unverstärkten Klang einer E-Gitarre auf den verstärkten zu schließen.

    Aber die Problematik akustisch/elektrisch ist ja nicht neu. Ich denke, der Gitarrenbauer Walter Kraushaar hat dies sehr treffend beschrieben, weswegen ich mal dem Schlusssatz aus seinem Artikel "Schwingung" zitiere:

    "Sehr oft werden Systeme und Denkmodelle vom akustischen- auf den E-Gitarrenbau übertragen.
    Das funktioniert nur sehr begrenzt.In den meisten Fällen führt es in die Irre!
    Darum schreibe ich vereinfacht: „Eine E-Gitarre soll nicht schwingen.“ Wissend,
    dass die verbleibende und nicht vermeidbare Resonanz den Charakter des Instruments formt."

    ("http://www.kraushaar-gitarren.de/cms/schwingung.html&quot😉

    Gruß
    Rainer

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